Aus Sicht der IG Metall ist die Rechnung schlicht: Wenn Entgelte und Ausbildungsvergütungen stehenbleiben, verliert die Branche an Attraktivität und die Beschäftigten an Kaufkraft. Das trifft zuerst den Nachwuchs – und kurz darauf die Betriebe, die Fachkräfte nicht halten oder gewinnen können. Gleichzeitig bleiben die Lebenshaltungskosten für viele Beschäftigte spürbar hoch, während Arbeitsdichte und Personalengpässe in den Betrieben zunehmen. Wer das ignoriert, riskiert, dass sich die Probleme verfestigen.
Rund 18.000 Menschen arbeiten in Niedersachsen in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie (HVI) und somit in der Herstellung von Möbeln, Fenstern, Türen, Verpackungen sowie Zulieferteilen, unter anderem für die Automobilindustrie. Viele Betriebe sind mittelständisch geprägt, hochqualifiziert – und liefern Produkte, ohne die andere Industrien nicht produzieren könnten. „Tarifverträge sorgen für faire, verlässliche Standards – und dafür, dass Wettbewerb nicht über Lohndruck läuft“, so Wente. „Wer die Branche zukunftsfähig halten will, muss das auch in den Entgelttabellen zeigen.“
Die dritte Tarifverhandlung findet am 22. Januar 2026 in Osnabrück statt. Die IG Metall erwartet dort ein Angebot, das den Abstand zwischen Forderung und Arbeitgeberposition tatsächlich verkleinert. Weitere Aktionen und Warnstreiks sind bis dahin möglich.