Landespolitik Statement von Thorsten Gröger zur Wahl von Sven Schulze zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt

"Wir gratulieren Sven Schulze zur Wahl zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und wünschen ihm für die vor ihm liegenden Aufgaben eine glückliche Hand und die notwendige Standfestigkeit."

Thorsten Gröger, Leiter des IG Metall-Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

28. Januar 2026 28. Januar 2026


"Die kommenden Monate bis zur Landtagswahl im September werden wirtschaftlich wie gesellschaftlich anspruchsvoll – umso wichtiger ist auch für diese Zeit eine Regierung, die Stabilität gewährleistet und zugleich den Mut besitzt, Zukunft aktiv zu gestalten. Die IG Metall wird die Arbeit des Kabinetts weiter konstruktiv, aber ebenso kritisch und bei Bedarf laut korrigierend begleiten. Unser Maßstab bleibt klar: sichere Arbeitsplätze, faire Bedingungen und eine starke Industrie, die auch morgen noch in Sachsen-Anhalt beheimatet ist. Unser ausdrücklicher Dank gilt Reiner Haseloff. Er hat Sachsen-Anhalt über viele Jahre mit Besonnenheit und klarer demokratischer Haltung geführt und dem Land auch in unruhigen Zeiten Verlässlichkeit gegeben.

Entscheidend wird nun in den kommenden Wochen und Monaten sein, ob es den demokratischen Kräften gelingt, Vertrauen und Glaubhaftigkeit zurückzugewinnen – insbesondere bei den Beschäftigten im Land. Viele erleben tiefgreifende Umbrüche: industrielle Transformation, wirtschaftliche Unsicherheiten und wachsenden Druck in den Betrieben. Politik darf diese Realität nicht nur beschreiben, sie muss ihr begegnen. Der Dialog zwischen Politik und Beschäftigten ist nicht immer bequem. Er ist direkt, mitunter emotional, manchmal auch konfrontativ und nicht selten auch mal rau im Ton. Doch gerade darin liegt seine demokratische Qualität. Politik, die gestalten will, muss bereit sein, sich der Wirklichkeit zu stellen, wie sie in Werkhallen, Büros und Schichtplänen erlebt wird.

Was dabei nicht hilft, ist eine Sprache, die Beschäftigte herabsetzt oder pauschal unter Verdacht stellt. Unterstellungen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien zu bequem, zu wenig leistungsbereit oder selbst verantwortlich für strukturelle Probleme, tragen nichts zur Lösung bei. Leistungsfähigkeit entsteht durch gute Rahmenbedingungen, Respekt und Beteiligung – nicht durch Abwertung. Politische Zustimmung wächst aus Vertrauen, nicht aus Belehrung."