Einmalzahlung nur für IG Metall-Mitglieder Entgelt-Plus in der niedersächsischen Holz- und Kunststoffindustrie

In der dritten Tarifverhandlung für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie in Niedersachsen und Bremen haben sich IG Metall und Arbeitgeber gestern in Osnabrück auf ein Verhandlungsergebnis verständigt.

Warnstreik in Güstersloh am 15.10.21 anlässlich der Tarifrunde Holz- und Kunststoff 2021

23. Januar 2026 23. Januar 2026


Die Einigung sieht für die rund 18.000 tarifgebundenen Beschäftigten Entgeltsteigerungen in zwei Stufen von insgesamt 4,2 Prozent vor: Zum Juni 2026 erhöhen sich die Tabellenentgelte um 2,0 Prozent, im Juli 2027 folgt eine weitere Anhebung um 2,2 Prozent. Außerdem erhalten alle Beschäftigten und Auszubildenden eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro. Das Ergebnis steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der IG Metall-Tarifkommission.

Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Fotograf: Hermann Pentermann.

Die Parteien einigten sich zudem auf einen exklusiven Vorteil für Mitglieder der IG Metall. Diese erhalten mit der Aprilabrechnung 2026 eine zusätzliche Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro brutto. Diese Zahlung soll ausschließlich an die Mitglieder der Gewerkschaft erfolgen. „Diese Einmalzahlung ist eine Wertschätzung denen gegenüber, die Tarifverträge erst möglich machen: die Mitglieder der IG Metall. Die Tarifparteien haben dies erkannt und sind sich einig, dass Engagement sich auszahlen muss“, sagt Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall.

Teilzeitbeschäftigte erhalten die Einmalzahlungen anteilig, Auszubildende erhalten sie bei nachgewiesener Mitgliedschaft in voller Höhe, was eine deutlich überproportionale Zahlung darstellt.

Auch die Auszubildenden profitieren neben dem Gewerkschaftsbonus spürbar von dem Abschluss. Die Ausbildungsvergütungen steigen in zwei Stufen jeweils zum 1. September 2026 und 2027 um insgesamt 120 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis Ende Januar 2028.

Markus Wente erklärt: „In einer wirtschaftlich herausfordernden Situation ist es gelungen, nachhaltige Entgeltsteigerungen durchzusetzen. Die Einmalzahlung setzt einen klaren Akzent zugunsten unserer Mitglieder. Die deutlich überproportionalen Verbesserungen für Auszubildende sind zugleich ein wichtiges Signal für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Dieses Ergebnis wäre ohne den entschlossenen Einsatz der Beschäftigten nicht möglich gewesen – erst ihre Aktionen und Warnstreiks haben Bewegung in die Verhandlungen gebracht.“

Der Metaller ergänzt: „Tarifverträge sind kein Automatismus, sondern das Ergebnis solidarischer Organisation und kollektiver Durchsetzungskraft. Es ist daher nur folgerichtig und Ausdruck von Fairness, dass jene, die diesen Erfolg ermöglichen und tragen, in besonderer Weise davon profitieren. Wer sich bewusst gegen eine Mitgliedschaft in der IG Metall entscheidet und sich damit der Solidargemeinschaft entzieht, kann nicht erwarten, uneingeschränkt an den gemeinsam erstrittenen Ergebnissen teilzuhaben.“

An den Aktionen und Warnstreiks dieser Tarifrunde beteiligten sich bundesweit mehr als 7.500 Beschäftigte aus zahlreichen Betrieben der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie.