Im Mittelpunkt der Beratungen standen neben strategischen Fragen der gewerkschaftlichen Arbeit auch die aktuellen Sorgen der Beschäftigten im Land.
Gerade im Pendlerland Sachsen-Anhalt zeigt sich derzeit besonders deutlich, wo vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern der Schuh drückt. Die jüngste Entwicklung der Spritpreise an den Tankstellen stellt für zahlreiche Beschäftigte zunehmend eine massive finanzielle Belastung dar. Betriebsräte und Vertrauensleute berichten nahezu einhellig aus den Betrieben von einer angespannten Stimmungslage. Viele Kolleginnen und Kollegen sorgen sich, dass die regelmäßige Tankfüllung Schritt für Schritt zur Überforderung wird.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, bekräftigte vor Ort in Magdeburg seine klare Haltung: „Es muss Schluss sein mit der Sprit-Abzocke zulasten der arbeitenden Mitte. Die Preise an der Zapfsäule explodieren – der tägliche Weg zur Arbeit wird für viele Beschäftigte zur Kostenfalle. Während Autofahrer immer tiefer in die Tasche greifen müssen, verdienen Mineralölkonzerne kräftig mit. Klar ist: Abzocke an der Zapfsäule darf es nicht geben! Wenn die Preise für Rohöl steigen, erhöhen die Konzerne sofort den Spritpreis – dann müssen sie sinkende Preise auch ebenso schnell weitergeben.“
Der Metaller ergänzt: „Kriege und Krisen treiben die Preise. Doch sie dürfen keine Ausrede für überzogene Gewinne an der Zapfsäule sein. Spekulation, intransparente Preismechanismen und überhöhte Aufschläge dürfen nicht auf dem Rücken der Menschen ausgetragen werden, die jeden Tag zur Arbeit fahren und dieses Land am Laufen halten. Der Staat hat während der zurückliegenden Energiekrise gezeigt, dass er handlungsfähig ist und gegen überzogene Preise vorgehen kann, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten. Genau diese Entschlossenheit braucht es nun wieder. Denn für viele Beschäftigte gibt es keine Alternative – sie müssen jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren.“