Ein Wochenende an der Spree Dual Studierende diskutieren Zukunft der Industrie

Ein intensives Wochenende im Bildungszentrum Berlin an der Spree brachte über 50 dual Studierende aus den IG Metall Bezirken Küste, Berlin-Brandenburg-Sachsen sowie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zusammen.

2026_Impulskonferenz


Ziel war es, gemeinsam über die großen Fragen der Transformation zu diskutieren – in einer Zeit, in der sich Industrie rasant verändert und neue Anforderungen an Beschäftigte, Mitbestimmung und Tarifpolitik entstehen.

Nach einem aktiven Start in den Tag mit Yoga und gemeinsamen Gesprächen rückten schnell die inhaltlichen Schwerpunkte in den Fokus. In seiner Begrüßung machte Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, deutlich, wie stark sich die industrielle Landschaft aktuell wandelt. Die klassische Industrie befindet sich mitten im Umbruch, während digitale Branchen boomen. Umso wichtiger sei es, dass sich junge Beschäftigte und dual Studierende aktiv einbringen. Nur mit ihren Perspektiven könne es gelingen, zukünftige Anforderungen der Beschäftigten zu diskutieren und daraus zeitgemäße, neue Ideen für Tarifverträge zu entwickeln. Sein Fazit: Wie gut, dass die Dualis da sind.

Einen vertiefenden politischen und strategischen Rahmen setzte Thomas Würdinger aus der Vorstandsverwaltung der IG Metall, Fachbereich Industriepolitik. Er gab einen Einblick, was die IG Metall unter dem Begriff Transformation versteht – und stellte dabei klar, dass es nicht nur um Technologie geht, sondern um Arbeit, Qualifizierung, Industriepolitik und soziale Sicherheit gleichermaßen.

Im Anschluss blieben die Teilnehmenden nicht bei theoretischen Inputs stehen. In Workshops zu Selbstmanagement und Future Skills, Mental Health, Transformation und Industrie 4.0 sowie „Mehr als nur klare Kante: Was unternehmen wir gegen Rassismus?“ wurde engagiert gearbeitet und kontrovers diskutiert. Besonders deutlich wurde: Transformation ist für die Dualis ein vielschichtiger Prozess, der Chancen eröffnet, aber auch Sorgen und offene Fragen mit sich bringt.

Diese nutzten die Teilnehmenden konsequent: In lebhaften Diskussionen konfrontierten sie Jan Otto und Thomas Würdinger mit ihren Haltungen und Fragen – unter anderem zu Künstlicher Intelligenz, aktuellen globalen Konflikten, der Rolle der Rüstungsindustrie, zur Energiewende und zu den konkreten Auswirkungen von Transformation auf Beschäftigte und Ausbildung. Der Austausch war offen, kontrovers und von gegenseitigem Respekt geprägt.

Ein weiterer Höhepunkt des Wochenendes waren die Exkursionen zum EUREF Campus, zur Urban Tech Republic und in die Siemensstadt. Hier wurde Transformation greifbar: als Stadtentwicklung, als Energiekonzept, als konkrete industrielle und technologische Veränderung.

Zurück im Bildungszentrum wurden die Eindrücke in kurzen Blitzlichtern geteilt und als gemeinsamen Moment fanden sich die Studierenden für Gruppenfoto zusammen. Beim abschließenden Pub Quiz klang der Tag locker aus – Gespräche und Diskussionen gingen jedoch weiter.

Das Wochenende an der Spree zeigte eindrucksvoll: Die dual Studierenden sind nicht nur Teil der Transformation – sie wollen sie aktiv mitgestalten. Mit klaren Positionen, kritischen Fragen und der Bereitschaft, Verantwortung für die Zukunft von Industrie und Arbeit zu übernehmen.