Situation Volkswagen Statement von Thorsten Gröger zur heutigen Volkswagen-Betriebsversammlung in Wolfsburg

Aufgrund vielfacher Nachfrage hier ein aktuelles Zitat des IG Metall-Bezirksleiters.

Thorsten Gröger Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

25. August 2026 25. August 2026


Zugleich ist er auch Verhandlungsführer der Gewerkschaft für den Volkswagen-Haustarifvertrag. Gröger selbst wird übrigens kommende Woche Montag auf der Betriebsversammlung in Hannover sprechen:

„Heute hat der VW-CEO in Wolfsburg viel geredet und doch wenig gesagt, ausgerechnet bei den entscheidenden Fragen blieb der Vorstand konkrete Antworten schuldig. So blieb etwa offen, wie es mit den vier Standorten weitergehen soll, die in den vergangenen Wochen wiederholt Gegenstand medialer Berichterstattung waren. Als IG Metall sagen wir deutlich: Zukunft entsteht nicht durch Verzicht und Rückzug auf Raten. Ein gutes Morgen bei Volkswagen braucht kundenbegeisternde Produkte, moderne Produktionsverfahren und Investitionen in die deutschen Standorte.

Die Beschäftigten leisten längst ihren Beitrag: Allein auf der Arbeitskostenseite tragen sie rund 1,5 Milliarden Euro zur Krisenbewältigung bei, zehntausende Stellen werden bereits sozialverträglich abgebaut. Wer jetzt erneut über Stellenabbau und Standorte spricht, muss zuerst erklären, was aus den Vereinbarungen von 2024 geworden ist: Wo sind die zugesagten Modelle, Produktionsverfahren und Investitionen? Verträge sind einzuhalten. Sparen allein ist keine Zukunftsstrategie. Volkswagen kann sich nicht so lange kleiner sparen, bis irgendwann das Band nicht mehr läuft.

Und es geht um Vertrauen. Die Beschäftigten haben 2024 unter erheblichen Opfern ihren Beitrag geleistet. Wenn zentrale Zukunftszusagen nach einem harten Ringen anschließend wieder infrage gestellt werden, muss sich der Vorstand fragen lassen: Was ist eine Vereinbarung mit diesem Vorstand dann noch wert? Die Chefetage des Autobauers kann die Kurve noch kriegen. Dafür braucht es aber konkrete Perspektiven, Verlässlichkeit und die konsequente Umsetzung von getroffenen Vereinbarungen. Wer Volkswagen Stück für Stück kleiner macht, schwächt seine industrielle Substanz. Kooperation ist möglich, aber wenn der VW-Vorstand einzig den Weg des Abbaus und der Kürzungen einschlägt, werden wir uns dem mit aller Kraft entgegenstellen. Dann steht Volkswagen ein Konflikt bevor, der härter werden kann als zuvor.“