IG Metall läutet die Friedenspflicht aus Mitternachtsaktion bei KSM in Hildesheim

Nach einem Angebot, das auf eine Minusrunde hinausläuft, ist die Zeit der Geduld vorbei!

Um Mitternacht gehen Beschäftigte von Bentele in Paderborn mit Fackeln auf die Straße. Es ist der Auftakt zu den Warnstreiks in der Metall-Tarifrunde 2024.

30. Oktober 2026 30. Oktober 2026


Hildesheim, 30. Oktober 2026. Mit Ablauf des 31. Oktober 2026 endet die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall läutet sie aus, in der Nacht zum 1. November vor den Toren von KSM Castings in Hildesheim. Erwartet werden mehrere hundert Metallerinnen und Metaller. Ab 00:01 Uhr sind Warnstreiks möglich. Die IG Metall lädt Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein, das Ausläuten der Friedenspflicht vor Ort zu begleiten. Um eine kurze Anmeldung wird gebeten.

Termin: Samstag, 31. Oktober 2026, 22:00 Uhr (Rede gegen 22:10 Uhr). Höhepunkt um 00:01 Uhr am Sonntag, 1. November.

Ort: KSM Castings Group GmbH, Cheruskerring 38, 31137 Hildesheim

Vor Ort für Statements und O-Töne:

  • Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und Verhandlungsführer im Tarifgebiet Niedersachsen
  • André Arenz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall

Die zweite Tarifverhandlung für die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie am 27. Oktober ist ohne Ergebnis geblieben. NiedersachsenMetall hat erstmals ein Angebot vorgelegt. Es kommt zu spät, fällt zu niedrig aus und bindet die Beschäftigten zu lang:

  • Einmalzahlung im Juli 2027: 1 Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttos, nach Rechnung der Arbeitgeber rund 660 Euro brutto. Über die automatische Differenzierung können Betriebe davon abweichen.
  • Tabellenerhöhung: 1,3 Prozent, erst zum 1. Juli 2028.
  • Laufzeit: 26 Monate bis Ende Dezember 2028.

Zwanzig Monate lang gäbe es damit kein dauerhaftes Plus. Bei einer Inflationsrate von zuletzt 3,3 Prozent in Niedersachsen läuft das Angebot auf eine knallharte Minusrunde hinaus. Im Gegenzug verlangen die Arbeitgeber eine dauerhafte Ausweitung der Differenzierung sowie tarifliche Gesprächspflichten zu Krankenständen und künstlicher Intelligenz.

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt für Beschäftigte und Auszubildende bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Verbunden mit einer sozialen Komponente zugunsten der unteren Entgeltgruppen. Zudem will sie in dieser Tarifrunde die Sicherung von Arbeitsplätzen und eine tarifliche Gewinnbeteiligung in starken Betrieben voranbringen.

Thorsten Gröger erklärt: „Wer den Beschäftigten eine Minusrunde anbietet und dafür auch noch Gegenleistungen verlangt, darf sich über die Antwort nicht wundern. Wir achten die Friedenspflicht bis zur letzten Minute. Um Mitternacht läuten wir sie aus. Um 00:01 Uhr sind in unseren Tarifgebieten Warnstreiks möglich und notwendig. Wie lange und wie hart diese Auseinandersetzung wird, liegt allein in den Händen der Arbeitgeber. Ein tragfähiges Angebot würde genügen. Bis es auf dem Tisch liegt, geben die Belegschaften in den Betrieben ihre Antwort.“

Hinweis für Foto und Kamera: Erwartet werden mehrere hundert Beschäftigte von KSM soweit weiterer Betriebe der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim am Werkstor. Die Aktion findet bei Dunkelheit statt. Für O-Töne empfehlen wir, eigene Beleuchtung mitzubringen; für eine stimmungsvolle Kulisse ist gesorgt.