Warnstreikphase beginnt Rund 300 Metallerinnen und Metaller setzen Startsignal in Hildesheim

Um Mitternacht ist die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie abgelaufen. Vor KSM Castings in Hildesheim gab die IG Metall in Niedersachsen das Startsignal für die Warnstreiks.

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1. November 2026 1. November 2026


Hildesheim, 1. November 2026. Rund 300 Metallerinnen und Metaller waren gekommen, um die Friedenspflicht auszuläuten und die Phase der Arbeitsniederlegungen zu eröffnen.

Mit dem Ende der Friedenspflicht sind ab sofort Warnstreiks möglich. Auf der Kundgebung sprachen Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, und André Arenz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.

„Die Arbeitgeber haben am Verhandlungstisch versucht, die Beschäftigten mit Mini-Prozenten abzuspeisen“, sagt Bezirksleiter Thorsten Gröger. „Wer Menschen, die diese Industrie Tag für Tag am Laufen halten, auf das Jahr 2028 vertröstet, offenbart eine bemerkenswerte Gleichgültigkeit gegenüber ihrer Lebenswirklichkeit. Seit Anfang Oktober hatten die Arbeitgeberverbände Zeit, ein ernsthaftes Angebot vorzulegen. Diese Zeit haben sie verstreichen lassen, und sie ist nun abgelaufen. Ab heute ergreifen die Belegschaften das Wort, und sie werden es so deutlich tun, dass es auch in den Chefetagen nicht zu überhören ist.“

In der ersten Verhandlung legten die Arbeitgeber nichts vor. In der zweiten folgte ein bundesweit abgestimmtes Angebot. Es sieht für 2026 und 2027 keine Erhöhung der Tabellenentgelte vor. Geplant ist lediglich eine Einmalzahlung im Juli 2027, die bei schwacher Rendite entfallen kann. Dauerhafte mickrige 1,3 Prozent kämen erst im Juli 2028, bei einer Laufzeit bis Ende 2028. Zugleich wollen die Arbeitgeber tarifliche Leistungen leichter aussetzen und über Krankenstände verhandeln. „Zwei Jahre ohne Tabellenerhöhung sind eine Kampfansage an jeden Haushalt“, so Metaller Gröger.

André Arenz, Mitbestimmungs-Vorstand der IG Metall, erklärt: „Das Angebot der Arbeitgeber ist gruselig weit über Halloween hinaus. Wir fordern ein Tarifpaket mit Gerechtigkeit und Zukunft für alle Beschäftigten in allen Unternehmen zwischen Krise und Boom. Doch die Arbeitgeber knallen uns ein Minus-Angebot mit Reallohnverlusten auf den Tisch. Verzicht rettet keinen Beschäftigten, keinen Standort und erst recht nicht die Konjunktur. Die Arbeitgeber wollen einsame Entscheidungen gegen die Beschäftigten treffen können. Wir aber sagen: Zukunft geht nur gemeinsam, mitbestimmt und guten Tarifverträgen.“

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt für Beschäftigte und Auszubildende bei zwölf Monaten Laufzeit. Zudem soll in Tarifergebnis eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen verankert sein. In Betrieben mit guter Lage verlangt die Gewerkschaft eine Gewinnbeteiligung. Außerdem will die IG Metall über die Sicherung von Beschäftigung sprechen.

„Ab heute stehen die Bänder still, wo es nötig ist“, führt Gröger abschließend aus. „Die Arbeitgeber haben diese Auseinandersetzung mit ihrem Angebot herausgefordert. Beenden lässt sie sich nur mit einem Angebot, das diesen Namen verdient.“