Beschäftigte stimmen mit den Füßen über Arbeitgeber-Angebot ab Über 2.000 Beschäftigte im Ausstand in der Metall- & Elektroindustrie in Niedersachsen & Sachsen-A.

Mit Warnstreiks in etlichen Betrieben hat die IG Metall auf das Angebot der Arbeitgeber reagiert. Über 2.000 Beschäftigte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt legten am Montag die Arbeit nieder.

2026-10-30 Ende der Friedenspflicht Nacht Bengalo

2. November 2026 2. November 2026


Den Auftakt am Montag machte die Belegschaft von AGCO in Hohenmölsen um 5:30 Uhr. Der Protestmontag reicht vom Schaumburger Land bis an die Saale. Den Höhepunkt bildete ein Demonstrationszug in Hildesheim. Rund 1.000 Metallerinnen und Metaller zogen vom Werk der KSM Castings Group aus in die Innenstadt. Mit dabei waren unter anderem Belegschaften von Bosch, ZF Gronau, Kelvion, Howmet Fastening Systems und Jensen. Am Abend läuten Frühschlussaktionen in vielen Betrieben der Region einen vorzeitigen Feierabend ein.

In Einbeck versammelten sich rund 250 Warnstreikende von Renold, Demag und Gattermann. Bei Demag in Uslar blieb eine komplette Schicht zu Hause. Vor dem Werktor von Miele in Lehrte kamen am Morgen 200 Kolleginnen und Kollegen zusammen. Im Schaumburger Land fanden Kundgebungen bei ITT Bornemann in Obernkirchen und Luehr Filter in Stadthagen statt. Auch in Sachsen-Anhalt ruhte an mehreren Standorten die Arbeit. In Halle protestierten zunächst die Beschäftigten von KSB, später von GEA Refrigeration und Hitachi Energy. Insgesamt beteiligten sich dort 180 Menschen. Bei Rolls-Royce Solutions in Magdeburg machten zahlreiche Warnstreikende ihrem Unmut über das Arbeitgeber-Angebot Luft. In Wernigerode traten Beschäftigte von KSM Castings in den Ausstand.

„Ob Hildesheim oder Halle, überall standen die Belegschaften heute geschlossen zusammen“, erklärt Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Das war ein erstes, unüberhörbares erstes Signal an die Arbeitgeber. Die Beschäftigten lassen sich mit Krümeln nicht abspeisen. Sie wissen, was sie leisten, und sie wissen, was ihnen zusteht.“

Anlass der Proteste ist das Angebot, das die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlung vorgelegt hatten. Für 2027 sieht es keine Erhöhung vor. Es soll nur eine Einmalzahlung in mickriger Brutto-Höhe geben, die unter bestimmten Umständen bei einigen Betrieben nicht zur Auszahlung kommen würde. Erst ab Juli 2028 sollen die Entgelte um 1,3 Prozent steigen. „Kein Tabellenplus bis Sommer 2028, danach magere 1,3 Prozent: Das ist ein Angebot zum Reallohnverlust“, so Gröger. „Während Miete, Lebensmittel und Energie immer teurer werden, sollen die Beschäftigten den Gürtel enger schnallen. Wer Zukunft will, muss in die Menschen investieren, statt bei ihnen zu kürzen.“

Für die nächsten Tage hat die IG Metall weitere Warnstreiks angekündigt. „Heute war erst der Auftakt“, so der Verhandlungsführer der Gewerkschaft in Niedersachsen. „Liegt in der nächsten Verhandlung kein verhandlungsfähiges Angebot auf dem Tisch, werden wir die Warnstreiks ausweiten. Wie lange und wie laut dieser Konflikt wird, entscheiden allein die Arbeitgeber.“