Zweite Stufe des Kfz-Tarifabschlusses greift 3,3 Prozent mehr Geld für Beschäftigte

Für die Beschäftigten und Auszubildenden im Kfz-Handwerk in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gibt es ab dem 1. August 3,3 Prozent mehr Geld.

Kfz_Warnstreik

4. August 2026 4. August 2026


Mit der zweiten Entgeltsteigerung tritt der Tarifabschluss vollständig in Kraft, den die IG Metall im vergangenen Jahr nach zähen Verhandlungen und zahlreichen Warnstreiks durchgesetzt hat. „Die Kolleginnen und Kollegen haben sich diesen Abschluss gemeinsam erkämpft. Jetzt kommt die zweite Entgelterhöhung auf den Konten an. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist das ein wichtiges Signal für die Beschäftigten“, sagt Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen.

Bereits zum 1. Juli 2025 waren die Entgelte um 2,3 Prozent gestiegen. Auszubildende erhielten damals pauschal 80 Euro mehr im Monat. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Mai 2027. Die zweite Tarifstufe umfasst 3,3 Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung ab 1. August 2026 und die Wahlmöglichkeit WorkFlex+ mit bis zu fünf zusätzlichen freien Tagen im Jahr als Alternative zu einem Entgeltbestandteil. Mit WorkFlex+ wurde erstmals im Kfz-Handwerk eine tarifliche Wahloption für mehr freie Zeit geschaffen. Beschäftigte können sich entscheiden, einen Teil des Entgelts gegen bis zu fünf zusätzliche freie Tage einzutauschen.

„Mehr Geld bleibt wichtig, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Jedoch ist Zeit für viele genauso wertvoll geworden und nicht ersetzbar“, sagt Wente. „Ob Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder einfach Zeit zur Erholung: WorkFlex+ gibt den Beschäftigten die Möglichkeit, ihren Arbeitsalltag ein Stück flexibler zu gestalten.“

In Niedersachsen arbeiten rund 50.000 Menschen in etwa 4.500 Kfz-Betrieben, in Sachsen-Anhalt rund 16.600 Beschäftigte in etwa 1.800 Betrieben. Allerdings gilt der Tarifvertrag längst nicht überall. Viele nicht tarifgebundene Betriebe orientieren sich zwar an den Entgelterhöhungen, übernehmen jedoch andere tarifliche Leistungen wie zum Beispiel die Arbeitszeit oder den Urlaubsanspruch nicht. „Tarifverträge sorgen nicht nur für bessere Einkommen. Sie schaffen verlässliche Arbeitsbedingungen und machen die Branche attraktiver“, so der Metaller weiter. „Hierfür zeichnet die IG Metall tarifgebundene Betriebe mit Betriebsrat als AutohausFair aus. Ein Qualitätssiegel für gute und faire Arbeitsbedingungen.“

Auch wenn der aktuelle Tarifvertrag noch bis Mai 2027 läuft, starten die Kolleginnen und Kollegen der Tarifkommissionen bereits jetzt in die Diskussionen für die kommende Tarifrunde. Im Betrieb werden zukünftige Themen und Herausforderungen der Branche identifiziert und in eine Forderungsdiskussion ab Frühjahr 2027 eingebracht. Wente abschließend: „Das ist basisdemokratisch und bindet alle Mitglieder der IG Metall in der Branche in den kommenden Monaten in diesen Prozess ein. Die Expertinnen und Experten sind die Beschäftigten in den Betrieben und mit ihnen gemeinsam starten wir in die kommende Tarifrunde.“