WorkFlex kommt und bringt Option des Wandels von Geld in Zeit Tarifabschluss im Metallhandwerk und der Landbautechnik Niedersachsen und Bremen

Anfang August konnte die IG Metall mit dem Landesverband Metall Niedersachsen und Bremen und dem LandBauTechnik-Verband Niedersachsen einen Tarifabschluss erzielen. Vorangegangen waren monatelange und schwierige Verhandlungen.

Metallhandwerk

13. August 2026 13. August 2026


Der Abschluss bringt den 53.000 Beschäftigten in circa 2.500 Betrieben nicht nur 2,5 Prozent mehr Geld, sondern auch mehr Flexibilität und Arbeitszeitsouveränität. Bereits im Tarifabschluss 2025 konnte die IG Metall eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen in Höhe von 2,9 Prozent erreichen. Diese trat am 01. Januar 2026 in Kraft. Ebenfalls war eine Verhandlungsverpflichtung zum Thema WorkFlex Teil des Tarifabschlusses. Die Beschäftigten in den Betrieben forderten mehr Zeitsouveränität und die Möglichkeit, Geld in mehr freie Zeit zu wandeln, um Arbeit und Freizeit besser zu vereinbaren.

Anfang August konnten die Parteien sich auf den neuen Tarifvertrag WorkFlex einigen: Die Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) erhöht sich dadurch dauerhaft von 70 % auf zukünftig 100 % eines durchschnittlichen Monatseinkommens. Damit erhalten die Beschäftigten in den Betrieben im November eines Jahres zwei volle Einkommen überwiesen, welches umgerechnet einer Erhöhung der Jahreseinkommen um 2,5 Prozent entspricht. Diese zusätzlichen 30 Prozent der Sonderzahlung sind zukünftig mit WorkFlex in eine kürzere Wochenarbeitszeit wandelbar, ohne dass sich das Monatseinkommen reduziert. Dabei stehen den Beschäftigten verschiedene Modelle zur Verfügung: Von der Reduzierung einer Wochenstunde für ein ganzes Kalenderjahr über eine Verkürzung von zwei Stunden für 6 Monate, vier Stunden für ein Quartal bis hin zu einer Reduzierung von 11 Wochenstunden für einen Kalendermonat.

Dies bringt den Beschäftigten maximale Flexibilität, je nach persönlichen Prioritäten: Wer auf das höhere Einkommen angewiesen ist, bleibt bei der bisherigen tariflichen Arbeitszeit von 37 Stunden und 100 % Sonderzahlung im November. Wer mehr Priorität auf Freizeit legt, kann dieses zukünftig für eine bessere Vereinbarkeit von Freizeit, Familie und Beruf wandeln. „Ob die Pflege von Angehörigen, der Erziehung von Kindern, wichtigen persönlichen Erholungsphasen oder einfach mehr Zeit für die eigenen Hobbys: In Zukunft steht die Priorität der Beschäftigten im Mittelpunkt!“, so Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall.

Weiterhin bleibt der exklusive Bonus für Mitglieder der IG Metall im Dezember bestehen. Hier konnte bereits beim letzten Tarifabschluss vereinbart werden, dass für Heiligabend und Silvester zukünftig kein Urlaub genommen werden muss und diese voll bezahlt werden. Damit steht den Mitgliedern der IG Metall, die an diesen Tagen frei haben, ein Tag mehr Urlaub zur freien Verfügung als Nichtmitgliedern.

„Der aktuelle Tarifabschluss ist ein Meilenstein und einzigartig im Handwerk. Er zeigt, dass sich Durchhaltevermögen am Ende auszahlt, denn die Verhandlungen waren lang und zäh. Am Ende hat die Solidarität und der Wille der Beschäftigten, an der Forderung festzuhalten, zu einem Ergebnis geführt“, so Wente weiter.

Der Abschluss hat eine Laufzeit bis zum 31.08.2027. Der Tarifvertrag WorkFlex und damit auch die Erhöhung der Sonderzahlung auf 100 Prozent laufen unbefristet.

Stimmen aus den Betrieben:

„Für viele von uns ist Arbeitszeit längst mehr als nur eine Zahl im Tarifvertrag. Es geht darum, Arbeit und Leben besser zusammenzubringen – Familie, Pflege, Erholung oder einfach mal Zeit für sich. Dafür schaffen wir Möglichkeiten. Nicht für alle ist dasselbe Modell richtig, aber genau das ist die Stärke: Wir bekommen die Wahlfreiheit und können selbst entscheiden, was zur eigenen Situation passt“, so Stefanie Schroeder von der Höcker Polytechnik GmbH in Hilter am Teutoburger Wald.

„Das Handwerk muss attraktiv bleiben, wenn es Fachkräfte halten und neue gewinnen will. Dazu gehören gute Entgelte – und eben auch moderne Arbeitszeitmodelle. Mit WorkFlex zeigen wir, dass Tarifverträge auf die Realität der Beschäftigten reagieren können. Wer gute Arbeit leistet, braucht faire Möglichkeiten zur Entlastung. Das ist ein wichtiger Schritt für ein zukunftsfähiges Metallhandwerk“, so Stefan Krause von der Hydreco Hydraulics GmbH in Helmstedt.



2026-001 Flugblatt MvH: "Workflex bringt Wahlfreiheit"