IG Metall Niedersachen & Sachsen-Anhalt Statement von Bezirksleiter Thorsten Gröger zur aktuellen Berichterstattung um die Volkswagen AG

Zu den veröffentlichten Meldungen rund um die Volkswagen AG folgt dieses Statement von IG Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger.

Thorsten Gröger Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

2. September 2026 2. September 2026


Hinweis: Thorsten Gröger gehört dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG nicht an. Er ist allerdings Verhandlungsführer der IG Metall für den Volkswagen-Haustarifvertrag. 

Thorsten Gröger erklärt: „Was derzeit aus dem Umfeld von Volkswagen zu vernehmen und in den Medien zu lesen ist, lässt zumindest den Schluss zu, dass der Vorstand weitreichende strukturelle Veränderungen vorbereitet. Es ist allerdings falsch zu glauben, dass derartige Entscheidungen am VW-Aufsichtsrat vorbeigetroffen werden könnten. Gerade bei strategischen Weichenstellungen dieser Größenordnung führt an den dafür vorgesehenen Kontroll- und Zustimmungsrechten des Aufsichtsrats der Volkswagen AG kein Weg vorbei. Die Position der Arbeitnehmerseite hierzu ist hinlänglich bekannt. Das Vorgehen des Vorstands ist dabei von bemerkenswerter Kaltschnäuzigkeit: Erst bedarf es des nachdrücklichen Drucks des Betriebsrats, damit sich der Vorstand überhaupt den Sorgen der Belegschaften vor Ort stellt. Auf zentrale Fragen ist er dabei konkrete Antworten vollständig schuldig geblieben. Und kaum ist die letzte dieser Betriebsversammlungen beendet, werden erneut vermeintlich vollendete Tatsachen über die Medien lanciert. Noch einmal: Bei Entscheidungen von solcher Tragweite führt kein Weg an den zuständigen Gremien, ergo dem VW-Aufsichtsrat, vorbei.

Umso mehr wäre es jetzt an der Zeit, dass der Vorstand auf den Pfad der Vernunft zurückkehrt. Statt offenbar neue Eskalationsszenarien über die Medien zu kommunizieren und damit Beschäftigte, Standorte und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu verunsichern, braucht es einen ernsthaften Dialog mit der Arbeitnehmerseite – mit dem Ziel, tragfähige und zukunftsfeste Lösungen zu entwickeln. Denn eines ist inzwischen kaum noch zu übersehen: Was derzeit aus dem Unternehmen nach außen dringt, vermittelt zunehmend das Bild einer bewussten Konfrontation. Wenn der Vorstand diesen Konflikt sucht, wird er ihn bekommen. Wir wollen ihn ausdrücklich nicht. Aber wir werden keine Maßnahmen akzeptieren, die kurzfristige Entlastungen bedeuten und am Ende zur Abrissbirne für ganze Werke werden. Die IG Metall wird nicht tatenlos zusehen, wenn die industrielle Substanz und damit die Zukunft der Standorte aufs Spiel gesetzt werden.“