IG Metall macht Druck für Zukunft der Autoindustrie in NDS u. LSA Bundesweiter Automobil-Aktionstag am 21. September

Am 21. September wird es an den Automobilstandorten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt laut.

Rund 9.000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter zeigen in Hannover Flagge für Industriearbeitsplätze und gegen Kahlschlag – Deutschland muss Industrieland bleiben!

16. September 2026 16. September 2026


Die IG Metall organsiert einen bundesweiten Automobil-Aktionstag und ruft Beschäftigte bei Herstellern und Zulieferern dazu auf, gemeinsam ein Zeichen für sichere Arbeitsplätze, zukunftsfähige Standorte und eine starke industrielle Basis zu setzen. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ finden bundesweit Aktionen und Proteste statt. Auch in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt werden sich Beschäftigte an zahlreichen Standorten beteiligen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Zukunft der Automobilindustrie, der Erhalt von Arbeitsplätzen und die Frage, wie die Transformation der Branche gelingen kann.

Denn die Krise der deutschen Autoindustrie trifft längst nicht mehr nur einzelne Unternehmen. Zehntausende Arbeitsplätze sind bereits verloren gegangen, weitere Beschäftigte bangen um ihre Zukunft. Gleichzeitig stehen ganze Regionen vor der Frage, ob industrielle Wertschöpfung und gute, tarifgebundene Arbeitsplätze auch künftig vor Ort erhalten bleiben. Die IG Metall kritisiert, dass Beschäftigte zunehmend für Entwicklungen bezahlen sollen, die sie nicht verursacht haben. Die Krise der Automobilindustrie hat auch hausgemachte Ursachen: Investitionen in Zukunftstechnologien wurden zu spät oder nicht konsequent genug vorangetrieben, neue und erschwingliche Fahrzeugmodelle kamen teilweise zu spät auf den Markt. Gleichzeitig verschärfen geopolitische Konflikte, der schwächere Absatz in China und neue Handelsbarrieren den Druck auf die Unternehmen.

Die Antwort darauf darf aus Sicht der IG Metall nicht in immer neuen Sparprogrammen, Standortschließungen und Verlagerungen bestehen. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Kahlschlag, sondern durch Investitionen, Innovation und Qualifizierung. Unternehmen müssen in zukunftsfähige Produkte und Technologien investieren und ihren Beschäftigten Perspektiven geben. Politik ist gefordert, für verlässliche Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Energiepreise und eine aktive Industriepolitik zu sorgen.

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, erklärt: „Längst geht es nicht mehr allein um einzelne Arbeitsplätze. Es geht um die industrielle Zukunft ganzer Regionen und damit um Wohlstand, Wertschöpfung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir werden deshalb nicht tatenlos hinnehmen, dass eine Schlüsselindustrie Schritt für Schritt ausgedünnt wird. Die Beschäftigten haben die Versäumnisse der vergangenen Jahre nicht verursacht. Sie dürfen nun auch nicht die Rechnung dafür bezahlen. Wer die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie dauerhaft sichern will, muss den Blick nach vorn richten und investieren: in innovative Produkte, in Batterietechnologie und Digitalisierung, in Qualifizierung sowie in die Standorte und die Menschen, die diese Transformation jeden Tag mit ihrer Arbeit tragen. Genau darum geht es am 21. September. Unser Signal ist eindeutig: Zukunft sichern statt Substanz abbauen. Wir brauchen eine Industrie, die ihre Erneuerung aus Innovationskraft und Investitionen schöpft und nicht aus dem Abbau von Beschäftigung. Die Zukunft der Automobilindustrie muss dort entstehen, wo ihr Fundament liegt: in den Werken, Regionen und Belegschaften dieses Landes. Dafür stehen die Beschäftigten gemeinsam ein. Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke!“